Wie laut darf ein Auto sein?

Wie laut darf ein Auto sein?

Getunte Autos sorgen für Lärmbelästigungen

Gerade im Frühling holen die deutschen Hobbybastler wieder ihre aufgestylten Boliden aus ihren verstaubten Garagen. Über den Winter mussten die teuren und benzinverschlingenden Mega-Karossen ihr Dasein in einer kalten Garage fristen. Doch nun sind die getunten Autos wieder unterwegs und sorgen für viel Ärger, denn die Lärmbelästigung durch getunte Autos nimmt zu. Doch wie laut darf ein Auto eigentlich sein und ist das Aufmotzen des Fahrzeugs auch legal? Ehrgeizige Autotuner wollen aus ihren Boliden das Beste rausholen und investieren viel Geld für ihr Hobby. Die nächste Automesse oder das nächste Tuning-Treffen steht bestimmt schon an. Dabei gilt das Motto – Auffallen um jeden Preis. Die Autos werden breiter, tiefer und natürlich auch lauter. Die Lautstärke spielt eine große Rolle, deshalb werden immer aufwändigere Auspuffe in die Fahrzeuge eingebaut. Doch ist Autofahren ab einer bestimmten Lautstärke noch erlaubt und welche Strafen können bei einer Kontrolle drohen?

Wie laut darf ein Auto nach einem Tuning werden?

In den letzten Jahren hat die Europäische Union die Grenzwerte für den Fahrzeuglärm immer weiter abgesenkt. Der Schutz der EU-Bürger steht hierbei im Vordergrund, denn Lärm kann krank machen. Der Maximalwert liegt heute bei um die 74 Dezibel. Der Wert wurde nach Einsicht von Studienergebnissen der Weltgesundheitsorganisation WHO immer weiter herabgesetzt. Denn statistisch gesehen erleiden in Europa um die 50.000 Menschen jährlich einen Herzinfarkt wegen dem Verkehrslärm. Heulende Motoren und dröhnende Auspuffe sind die Hauptursache für dieses Problem. Sollte ein Fahrzeug diesen Wert übersteigen, dann sind oft nachträglich manipulierte Auspuffanlagen für den Lärm verantwortlich.

Getunte Autos sorgen für Ärger

Viele deutsche Bürger leiden sehr unter dem Lärm von getunten Autos. Besonders in Großstädten hat der Verkehrslärm bereits hohe Ausmaße angenommen und steigt von Jahr zu Jahr. Autotuner wollen um jeden Preis auffallen und treffen sich deshalb kurzfristig in bewohnten Gegenden und drehen ihre Maschinen auf. Dann heulen die Motoren auf und die Reifen quietschen. Meistens wird von den Anwohnern die Polizei gerufen, doch bis diese auftauchen, sind die Verkehrsrowdys bereits wieder verschwunden. Es ist ein regelrechtes Katz- und Mausspiel.

Strafen für getunte Autos

In Deutschland ist das Tunen von Fahrzeugen sehr genau gesetzlich geregelt. Nicht Alles ist erlaubt. Die Veränderungen müssen mit den Vorschriften der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung übereinstimmen. Jeder Tuning-Fan muss vor dem An- oder Umbau neuer Teile erstmal beim TÜV nachfragen. Die Betriebserlaubnis erhalten die Fahrzeughalter nur durch Zeugnisse und Gutachten. Diese werden von den Tunern gerne auch mal gefälscht. Wer mit einem aufgemotzten Auto ohne Betriebserlaubnis oder mit einem gefälschten Zertifikat unterwegs ist macht sich strafbar. Hier drohen Bußgelder von bis zu 250 Euro, ein Punkt in Flensburg und bei größeren Verstößen sogar ein Fahrverbot mit anschließender MPU.

Tuning-Szene wird immer dreister

In vielen deutschen Städten finden mittlerweile immer mehr Tuningtreffen statt. Die Teilnehmer verabreden sich meist im Internet oder kommen spontan vorbei. Leider ist die Zahl der Teilnehmer sehr hoch. Oft kommen mehrere hundert Autobastler zu diesen Treffen. Es bleibt meist nicht beim gegenseitigen Bewundern der Fahrzeuge. Lärmbelästigungen, Sachbeschädigungen, Schlägereien und illegale Autorennen sind regelmäßiger Bestandteil dieser Meetings.

Helfen Verbote und Kontrollen gegen die Lärmbelästigung?

Die Polizei will nun strenger gegen diese Treffen vorgehen. Vorgesehen sind Platzverbote, Tempolimits und mehr Kontrollen in Brennpunktgebieten. Doch die Polizei sieht nur wenig Erfolgschancen. Die Tuning-Szene ist sehr gut organisiert und tauscht sich untereinander aus. Deshalb werden die Treffen an anderen Orten stattfinden. Es wird einfach nur eine Umverteilung stattfinden. Vor allem Stuttgart und Mannheim sind gefährliche Städte, denn die quadratische Streckenführung ist ideal für die Raser und Hobbybastler. Manipulationen am Auspuff und an den Rädern sind die häufigsten Veränderungen. Die Tuner wollen um jeden Preis auffallen. Mittlerweile fahren auch nicht nur junge Männer mit aufgemotzten Autos, sondern auch einige Frauen laufen bereits diesem Trend hinterher.