Reifendruck

Das Messen des Reifendrucks wird oft vernachlässigt

Es dürfte wohl kein spezielles Geheimnis sein, dass die Deutschen ihre Autos lieben. Gerade zum Beginn eines neuen Jahres gibt es an Waschanlagen und Tankstellen wieder lange Schlangen. Da wird gebohnert, gewienert und poliert. Mit dem Dampfstrahler bewaffnet, machen sich viele Fahrer daran, die letzten Dreckflecken zu beseitigen. Doch eines wird nach einer Studie von Bridgestone sträflich vernachlässigt, das Messen des Reifendrucks. Dabei gehen von einem zu niedrigen Reifendruck immense Gefahren aus. Denn nicht nur das Reifenprofil sorgt für sicheres Fahren, sondern vor allem auch der Reifendruck. Doch die Europäer legen nach Aussage der Studie auf das regelmäßige Messen des Reifendrucks keinen Wert. Dies könnte jedoch fatale Folgen haben. Ein Unfall wegen eines zu geringen Reifendrucks, kann als fahrlässig angesehen werden. Dies würde eine Punktestrafe und vielleicht sogar einen Führerscheinentzug, sowie eine MPU nach sich ziehen. Doch wie sollte eigentlich der ideale Reifendruck sein und welche Gefahren ergeben sich durch einen zu niedrigen Reifendruck?

Gefahr durch zu niedrigen Reifendruck wird unterschätzt

Bei der Wahl eines Fahrzeugs schauen viele Menschen heutzutage vor allem auf die Sicherheit. Jedoch beeinflusst nicht nur die Beschaffenheit des Fahrzeugs selbst die Sicherheit, sondern auch Aspekte wie Reifenprofil und besonders der Reifendruck. Eine Studie von Bridgestone belegte vor kurzem, dass europäische Autofahrer es mit dem Reifendruck nicht immer so genau nehmen und zu viele Fahrzeughalter mit einem falschen und meist zu niedrigen Reifendruck unterwegs sind. Was die wenigsten Autofahrer wissen, viele Reifenschäden sind die Folge von falschem Luftdruck. Durch den geringen Luftdruck erwärmt sich der Reifen auch schneller und verformt sich dadurch stärker, was diesen beschädigen kann.

Falscher Reifendruck bei der Mehrheit der Fahrer

Im Rahmen der Studie wurden bei 28.000 Autos in Europa Reifenchecks durchgeführt. Dabei gab es teils erschreckende Ergebnisse. Bei ca. acht von zehn getesteten Autos – etwa 78 Prozent – wurde ein zu niedriger Reifendruck gemessen. Zudem unterschritten 25 Prozent der getesteten Fahrzeuge den gesetzlichen Wert beim Profil der Reifen. Nach Aussage von Bridgestone erhöhten sich die Mängelquoten im Vergleich zum Jahr 2011 erheblich. Bei der damaligen Untersuchung war der Reifendruck nur bei 63 Prozent der getesteten Fahrzeuge zu gering, bei 20 Prozent war das Reifenprofil nicht tief genug.

Hohe Gefahr durch geringen Reifendruck

Wie die Studie zeigt unterschätzen noch viele Menschen die immensen Gefahren, die von einem geringen Reifendruck ausgehen. Wie bereits angesprochen, stellt der Reifendruck einen hohen Sicherheitsaspekt des Fahrzeugs dar. Durch einen niedrigen Reifendruck nimmt die Lenkreaktion, sowie die allgemeine Stabilität des Fahrzeugs in einem hohen Maße ab. Zudem verlängert sich der Bremsweg und die Haftung des Fahrzeugs. In Kurven und bei Aquaplaning neigt das Auto dazu, schneller auszubrechen. Dazu kommt ein erhöhter Verschleiß der Reifen. Der unsachgemäße Luftdruck kann dazu führen, dass die Reifen Schäden erleiden, was zu einem erhöhten Unfallrisiko führt. Ein niedriger Reifendruck schadet aber auch dem Geldbeutel, denn der Rollwiderstand erhöht sich und dies führt zu einem höheren Kraftstoffverbrauch. Besonders vor einem anstehenden Urlaub sollte der Reifendruck deshalb immer gemessen werden.

Regelmäßige Kontrolle schützt vor Unfällen und Strafen

Der Reifendruck sollte mindestens einmal im Monat kontrolliert und anschließend korrigiert werden. Hierbei sollten die Empfehlungen der Fahrzeughersteller beachtet werden. Die Angaben für den richtigen Reifendruck findet man in der Gebrauchsanleitung oder auf der Innenseite der Tankklappe oder der Fahrertür. Einen allgemeinen Richtwert gibt es nicht. Der Luftdruck sollte immer am kalten Reifen gemessen werden, denn durch die Erwärmung, die während der Fahrt entsteht, kann der Luftdruck um bis zu 0,5 bar ansteigen. Dies würde das Ergebnis verfälschen. Der Reifendruck sollte also mindestens einmal im Monat kontrolliert werden. Ansonsten kann es zu schweren Unfällen kommen, bei denen vielleicht sogar Menschenleben gefährdet werden. Auch Geldstrafen und Punkte in Flensburg können Folgen von Unfällen wegen zu niedrigen Reifendrucks sein. Im schlimmsten Fall kann eine solche Fahrlässigkeit zum Entzug der Fahrerlaubnis und zu einer anschließenden MPU führen.