Alkoholtester

Viele Geräte sind zu ungenau

Manche Menschen haben angeblich die Fähigkeit, nach einer durchzechten Party-Nacht, ihren Alkoholpegel selbst erahnen zu können. Sie verlassen sich dabei ganz auf ihre Erfahrung und ihren Instinkt. In den meisten Fällen führen solche Prognosen leider zu schweren Unfällen. Andere verlassen sich jedoch auf sogenannte Alkoholtester. Diese gibt es mittlerweile in verschiedenen Variationen. Doch die Geräte sind meist sehr unzuverlässig. Ob mit dem Online-Promilletester, mit Hilfe eines Automaten oder mit dem Hand-Alkoholtester, all diese Methoden liefern meist falsche Ergebnisse. Nur die geprüften und offiziellen Alkoholtester der Polizei geben auch genaue Werte an, wobei es sogar hier Abweichungen geben kann. Aus diesem Grund sollte man sich nie auf einen anderen Alkoholtester verlassen, denn diese beinhalten große Risiken. Doch wieso sind diese Alkoholtester eigentlich so gefährlich? Und haften die Hersteller für Unfälle und Bußgelder, die aufgrund falscher Ergebnisse zustande gekommen sind?

Wie funktioniert ein Alkoholtester?

Nach Angaben der Hersteller soll ein Alkoholtester den Alkoholgehalt in der Atemluft feststellen und prüfen ob eine Alkoholisierung vorliegt. Denn nach dem Alkoholkonsum beginnt ein Gasaustausch in den Lungenbläschen. Alkohol, der sich im Blut befindet, wird von dieser Luft aufgenommen und dann in der Lunge ausgetauscht. Aufgrund des Gasaustausches, ist der Atem mit Alkohol angereichert und die Alkoholisierung messbar. Die Messung des Alkoholgehalts wird durch einen Sensor durchgeführt, der im Gerät integriert ist. Durch die Atemluft wird im Sensor eine Reaktion herbeigeführt, die in etwa einer elektrischen Ladung entspricht. Diese elektrische Reaktion ist umso höher, je größer der Anteil an Alkohol in der Atemluft ist.

Viele Alkoholtester sind ungenau

In einer kürzlich veröffentlichten Studie sind verschiedene Alkoholmessgeräte genau überprüft worden. Dabei hat sich herausgestellt, dass viele frei verkäufliche Alkoholtester nur ungenaue Werte anzeigen. Bei einigen Geräten hatten die Tester sogar den Eindruck, dass die Werte nicht mit Hilfe der Atemluft, sondern nach einem Zufallsprinzip wiedergegeben werden. Vor allem vor billigen Geräten unter 50 Euro sollte man die Finger lassen. Es gibt verschiedene Varianten von Alkoholtestern. Verwendet werden Einweg-Alkoholtester, aber auch stationäre (Automaten) oder mobile Geräte (Schnelltester). Auch kommen vermehrt sogenannte Interlock-Systeme zum Einsatz, dies sind Alkoholtester, die direkt in ein Kraftfahrzeug eingebaut werden. Dabei sind die meisten käuflichen Alkoholtester mit Halbleiter-Sensoren ausgestattet. Diese bieten im Gegensatz zu elektrochemischen Sensoren, die in Atemgeräten der Polizei verwendet werden, meist zu ungenau.

ADAC warnt vor Alkohl-Schnelltestern

In Frankreich sind kleine tragbare Alkoholtest-Geräte bereits Pflicht. Seit dem Jahr 2012 müssen alle Franzosen einen Alkohol-Schnelltest im Handschuhfach haben. Schon damals kritisierte der ADAC die kleinen Alkoholtester. Nach Aussage einer ADAC-Sprecherin würden diese Geräte nicht die Sicherheit geben, die sie eigentlich geben sollten. Ein Problem ist das Erkennen der Messwerte. Bei vielen Geräten könne man die Messwerte nur schwer oder gar nicht erkennen. Allgemein geben sie eigentlich nur an, dass man Alkohol zu sich genommen hat. Dazu sind die Ergebnisse sehr ungenau und unterscheiden sich stark mit denen, die die polizeilichen Geräte ausgeben. Der ADAC machte einen Test mit verschiedenen Geräten und den offiziellen Atem-Kontrollgeräten der Polizei. Nach der Überprüfung stellte sich heraus, dass die Messgeräte der Polizei viel genauer waren, als die der Schnelltester.

Keine Haftung seitens der Hersteller

Die Hersteller der frei verkäuflichen Alkoholtester wissen um die Ungenauigkeit ihrer Geräte. Ihre Tester können nicht so genaue Ergebnisse, wie die Atem-Kontrollgeräte der Polizei ausgeben. Daher übernehmen die Hersteller und Verkäufer auch keine Haftung, wenn Fahrer, nach dem Testen mit ihren Geräten, unter Alkoholeinfluss ein Fahrzeug führen. Dies wird auch deutlich, in den meisten Anleitungen zu den Alkoholtestern explizit erwähnt. Die Hersteller wollen sich hierbei eindeutig von einer Haftung abgrenzen, da eine sehr hohe Gefahr besteht, dass eine Person, nach dem Testen mit einem ihrer Messgeräte, mit zu viel Alkohol im Blut unterwegs ist und sich damit strafbar macht. Deshalb sollte man auf keinen Fall auf Messwerte von frei verkäuflichen Alkoholtestern vertrauen. Am besten lässt man nach einer feuchtfröhlichen Party-Nacht das Auto einfach stehen, dann ist man in jedem Fall auf der sicheren Seite.