Warum muss man eigentlich zu einer MPU?

Das Thema MPU wird in Deutschland weiterhin von mehreren Menschen sehr kritisch betrachtet. Für viele bedeutet es einen sehr starken Einschnitt in ihr privates und berufliches Leben. Trotzdem halten mehr als 80 % der Deutschen die MPU immer noch für sehr sinnvoll. Die harten Maßnahmen schützen die Menschen vor Unfällen und machen die Straßen sicherer. Viele der Betroffenen fühlen sich aber durch die MPU stigmatisiert. Die meisten Verkehrssünder müssen wegen Alkohol- oder Drogenmissbrauch zu einer MPU. Meist steht nur der Abstinenznachweis im Vordergrund, deswegen hat die MPU einen negativen Ruf. Angeblich sind nur die Alkohol- und Drogenabhängigen im Fokus der Führerscheinbehörden. Andere Vergehen werden im Zusammenhang mit der MPU kaum genannt. Im Mittelpunkt der Diskussion steht meist das Thema Abstinenznachweis durch Haar- oder Urinproben. In diesem Zusammenhang werden auch die hohen Kosten genannt, die im Vorfeld einer MPU anfallen. Doch die MPU sollte eigentlich keine Bestrafung darstellen, sondern die Menschen zum Umdenken bewegen. Deswegen wird sie nicht nur bei Alkohol- und Drogendelikten angeordnet. Neben den klassischen Straftaten gibt es weitaus mehr Gründe für die Vorlage eines positiven Gutachtens. Vor allem will die Führerscheinstelle sicher gehen, dass der Betroffene geistig und physisch in der Lage ist ein Fahrzeug zu führen.

Entscheidung der Führerscheinbehörde

Die Behörde hat nach deutschem Gesetz einen erheblichen Ermessungsspielraum bei der Entscheidung ob eine MPU angeordnet wird oder nicht. Jedoch müssen konkrete Zweifel an der psychischen, körperlichen und charakterlichen Tauglichkeit zum Führen eines Fahzeugs bestehen. Eine MPU ist also zu befürchten, wenn die Führerscheinbehörde Kenntnis über Vergehen erlangt, die zu Bedenken der Fahreignung führen. Diese Verstöße sind in der Straßenverkehrsordnung (StVG) und in der Fahrerlaubnisverordnung (FeV) aufgelistet. Hegt die Behörde nun Zweifel an der Eignung des Betroffenen, muss diese die Vorlage eines positiven MPU-Gutachtens anordnen. Gegen die Anordnung einer MPU besteht generell kein Rechtschutz, deshalb sollte jeder Kraftfahrzeugführer über die Gründe kennen, die zu einer MPU führen können.

Alkohol- und Drogenmissbrauch

Die klassischen Gründe für die Erteilung einer MPU sind Alkohol- und Drogenvergehen im Straßenverkehr. Wird man mit 1,6 oder wie in vielen Bundesländern bereits geändert, mit 1,1 Promille aufgehalten, dann wird der Führerschein entzogen und eine MPU angeordnet. Mehrmalige Auffälligkeiten mit einem Blutalkoholwert von 0,5 bis 1,09 Promille bringen die gleichen Konsequenzen mit sich. Aber auch Hinweise auf eine Alkoholabhängigkeit kann zu einer MPU führen. Beim Konsum von Drogen und Medikamenten verhält es sich ähnlich. Jedoch wird hier weit härter durchgegriffen als bei Alkoholmissbrauch. Die MPU wird bereits bei der einmaligen Einnahme von Drogen oder aufputschenden Medikamenten angeordnet. Dies kann sogar der Fall sein, wenn der Betroffene als Fußgänger nur Drogen in seinem Besitz hat und mit diesen handelt. Überdies wird auch eine MPU verhängt, wenn eine Abhängigkeit von Betäubungsmitteln vorliegt.

Alter und Krankheit

Es gibt aber auch außerhalb der Rauschmittel wie Alkohol oder Drogen Gründe für eine Anordnung. Viele Rentner können die Gefahren im Straßenverkehr nicht mehr genau einschätzen. Durch Krankheiten und Gebrechen sind sie nicht mehr fähig ein Fahrzeug vernünftig zu führen. Von diesen Einschränkungen können aber auch junge Menschen betroffen sein. Aber auch psyschische Erkrankungen können die Fahreignung beschränken. Eine MPU wird in diesen Fällen angeordnet, wenn die Führerscheinstelle davon ausgeht, dass die physische und psychische Tauglicheit für das Führen eines Fahrzeugs nicht mehr gegeben ist.

MPU wegen Vekehrsverstößen

Im Jahr 2014 wurde der Punktekatalog grundlegend verändert. Heute kann man bereits mit 8 Punkten den Führerschein verlieren. Die Punkte wurden jedoch an die Straftaten angepasst. So bekommt man heute weniger Punkte als damals für eine Straftat. Für das Überfahren einer roten Ampel gibt es nun 2 Punkte. Begeht man diese Straftat nun viermal, dann muss der Führerschein abgeben werden. Der Betroffene ist dann gezwungen ein positives MPU Gutachten vorzulegen, um seine Fahrerlaubnis wieder zu erhalten. Aber auch die charakterliche Eignung spielt hierbei eine Rolle. Ein langes Strafregister oder ein nachgewiesenes, hohes Aggressionspotenzial können auch Auslöser für die Anordnung einer MPU sein.

Probezeit und Führerscheinklasse

Nach der Neuerteilung der Fahrerlaubnis befindet sich der Betroffene in einer Probezeit. In diesem Zeitraum können schon kleinere Straftaten zu einem erneuten Entzug der Fahrerlaubnis führen. Werden in dieser Zeit zwei weniger schwerwiegende oder ein schwerwiegendes Vergehen verübt, wird die Führerscheinbehörde wieder eine MPU anordnen. Aber nicht nur Straftaten sind Gründe. Auch die Eignung zum Fahren von größeren Fahrzeugen kann eine Ursache sein. Beim erstmaligen Erwerb der Fahrerlaubis für Busse muss ein positives Gutachten vorgelegt werden. Die Untersuchung muss zur Verlängerung dieser Führerscheinklasse auch nach dem 50.Lebensjahr wieder durchgeführt werden. Auch bei der Fahrerlaubnis zu allgemeinen Personenbeförderung müssen über sechzigjährige Fahrer ein positives Gutachten vorweisen.

Ständige Bedrohung durch die Behörde

Die Fahrerlaubnis jeden Autofahrers ist also ständig bedroht. Schon kleinere Vergehen durch Alkohol und Drogen als Radfahrer oder Fußgänger können heutzutage schon zu einer MPU führen. Die Menschen, denen der Führerschein wieder ausgehändigt wurden stehen gleich doppelt so stark unter Beobachtung der Führerscheinbehörde. Wer sich nach dem Neuerwerb wieder Punkte in Flensburg leistet kann sich damit gleich wieder einem Fahrerlaubnisüberprüfungsverfahren aussetzen. Schon die kleinste Missachtung der Verkehrsregeln kann also wieder zum Entzug der Fahrerlaubnis führen. Aus diesem Grund sollte man besonders in der Probezeit verstärkt darauf achten nicht im Straßenverkehr aufzufallen.