Fahren unter Drogeneinfluss

Fahren unter Drogeneinfluss

Auswirkungen auf das Fahrverhalten

Statistisch gesehen müssen jährlich etwa 100.000 Autofahrer zu einer MPU. Die Hälfte sind Alkoholsünder, die mit einem Wert von 1.6 % Promille beim Fahren erwischt wurden. Alkoholkonsum im Straßenverkehr ist weiterhin die häufigste Ursache für die Anordnung einer MPU. Doch auch das Fahren unter Drogeneinfluss wird immer mehr zu einem Problem, und die Drogendelikte häufen sich. Das Fahren unter Drogeneinfluss wird aber oft vernachlässigt, wenn um das Thema MPU diskutiert wird. Das Fahren unter Drogeneinfluss kann das Fahrverhalten aber viel schwerwiegender verändern, als dies unter Alkoholmissbrauch möglich wäre. Schon kleine Mengen von Cannabis reichen schon, um körperliche Symptome auszulösen, die das Fahren in hohem Maße einschränken. Dabei ist Cannabis noch eine relativ leichte Droge. Die Einnahme von härteren Drogen, wie Kokain und LSD führt zu viel extremeren Verhaltensänderungen. In jedem Fall sollte jedem Autofahrer klar sein, dass die Einnahme egal welcher Droge, zur Gefährdung eines Menschenlebens führt. Doch welche genauen Auswirkungen haben eigentlich die einzelnen Drogen auf das Fahrverhalten? Sicher kann man diese Frage nicht beantworten, da jeder Mensch anders auf diese Substanzen reagiert und es auf die eingenommene Menge ankommt. Auch die Mischung einzelner Drogen führt zu unterschiedlichen Einschränkungen. Eine allgemeingültige Tendenz der Auswirkungen kann aber durchaus gegeben werden.

Cannabis wird leider immer noch unterschätzt

In Cannabis ist THC enthalten. Dieser Wirkstoff beeinflusst die Wahrnehmung, die Motorik und die Gefühlswelt des Konsumenten. Nach der Einnahme von Cannabis treten meist Denk- und Konzentrationsstörungen auf. Überdies beeinträchtigt die Droge das Kurzzeitgedächtnis. Das Rauschgift suggeriert dem Konsumenten eine höhere Leistungsfähigkeit, in Wahrheit nimmt diese aber kontinuierlich ab. Der Betroffene zeigt ein gleichgültiges Verhalten und ist nicht mehr belastbar.
Viele Autofahrer bagatellisieren das Fahren unter Cannabiseinfluss noch immer – dies sei nur eine leichte Droge und eine geringe Einnahme würde die Fahrtauglichkeit nicht einschränken. Die Realität sieht aber anders aus. Der Toleranzwert liegt bei 1,0 ng/ml. Die Überschreitung dieser Blutkonzentration reicht schon für einen Führerscheinentzug aus. Doch bereits bei noch kleineren Mengen kommt es zu Veränderungen des Fahrverhaltens, da das Gehirn nicht mehr fähig ist, Irrelevantes von Relevantem zu unterscheiden. Die Wirkung setzt nach 15 Minuten ein und endet nach knapp 4 Stunden. Verkehrsmedizinisch dauert der Rausch aber neun bis zehn Stunden. Kurze Zeit nach dem “Kiffen” nimmt Leistungsfähigkeit stark ab. Die Reaktionszeit verlängert sich und es kommt zur Störung von Zeit- und Raumeinschäzungen. Diese Beeinträchtigung können zu fatalen Folgen im Straßenverkehr führen.

Ecstasy und Speed – Die Aufputscher

Vor allem bei Partygängern und Techno-Fans sind diese beiden Rauschmittel absolut angesagt. Beide Drogen beeinträchtigen das Warnsystem im Körper, das für den Flüssigkeitshaushalt, Überhitzung und Erschöpfung zuständig ist. Deshalb haben die Konsumenten auch ein gesteigertes Leistungsempfinden. Dieses Gefühl führt aber auch zu negativen Auswirkungen. Durch die subjektiv höhere empfundene Leistungsfähigkeit entsteht eine beträchtliche Ruhelosigkeit im Körper. Es kann sogar zu Angst- und Wahnvorstellungen kommen.
Die Wirkung dieser Rauschgifte beginnt nach ungefähr 20 bis 60 Minuten und kann bei zusätzlichem Alkoholkonsum noch unberechenbarer werden. Nach etwa vier bis acht Stunden werden die Symptome schwächer. In der Wirkungsphase kommt es meist zu Muskelkrämpfen und Koordinationsstörungen. Überdies treten Nervosität und Konzentrationsstörungen auf. Außerdem entsteht eine extreme Blendgefahr durch erweiterte Pupillen. Während dieser Zeit ist jeder Konsument von Ecstasy oder Speed absolut fahruntauglich. Selbst ganz kleine Mengen führen bereits zu erheblichen Einschränkungen des Fahrverhaltens.

Crystal-Meth – Die Trend-Droge

In den letzten Jahren stieg der Konsum von Crystal-Meth kontinuierlich an. Immer mehr Menschen verfallen der neuen Trend-Droge. Vor allem das Einschmuggeln unserer östlichen Nachbarn führte zu immer mehr Abhängigen. Dabei verkennen viele Menschen die extremen Auswirkungen dieses Rauschgifts. Wie auch Ecstasy und Speed zählt Crystal-Meth zu beliebten Partydrogen. Crystal-Meth sorgt dafür, dass die Botenstoffe Dopamin und Noradrenalin ausgeschüttet werden. Dadurch wird im Gehirn Adrenalin freigesetzt.
Die Droge wirkt in erster Linie antriebssteigernd und aufputschend. Die Partygäste sind somit in der Lage die Nächte durchzufeiern und sich permanent glücklich zu fühlen.
Im Straßenverkehr hat die Einnahme von Crystal-Meht absolut schwerwiegende Folgen. Bereits in geringen Mengen fühlt sich der Autofahrer unruhig, hemmungslos und überdreht. Der Konsument neigt zu einer höheren Risikobereitschaft und leidet unter einem extrem abgewandelten Zeitverständnis. Dies führt in schwierigen Situationen zur Unterschätzung der Verkehrslage. Fatale Unfälle können die Folge sein.

Kokain, LSD und Opiate

Mittlerweile hat sich Kokain zu einer weiteren Partydroge entwickelt. Die Einname führt zu starken Glücksgefühlen und scheinbarer Leistungsfähfigkeit. Das Rauschgift steigert des Selbstwertgefühl und Konsumenten neigen zu starkem Egoismus. Schon kleinere Mengen können Orientierungslosigkeit, Nervosität und Halluzinationen herbeirufen.
Der Rausch dauert meist 4 Stunden an. Dieser verläuft in drei Phasen. In den ersten beiden Phasen ist der Konsument noch sehr euphorisch und neigt zu erhöhter Risikobereitschaft. Riskante Überholmanöver und zu dichtes Auffahren sind die Folge. Das ändert sich in der dritten, denn dann schlägt die Euphorie in einen Depressionszustand um. Wie auch schon bei der Einnahme von Ecstasy besteht eine verstärkte Blendgefahr durch erweiterte Pupillen.
Ähnliche Symptome entstehen nach dem Konsum von LSD. Im Rausch kommt es zu Wahrnehmungsstörungen, Angstzuständen und zu ausschweifenden Halluzinationen. Die komplette Wahrnehmung ist gestört. Dies führt zum Verlust der Selbstkontrolle und zu extremen Schwindelgefühlen. Jeder Mensch ist nach der Einnahme von LSD absolut fahruntüchtig.
Eine der härtesten Drogen ist immer noch Heroin. Dieses Rauschgift zählt zu den Opiaten. Andere sind Morphin oder Pethidin. Nach der Einnahme dieser Mittel erfährt der Konsument einen hochgradigen Rückgang seiner Leistungsfähigkeit. Verkehrsregeln werden gar nicht mehr wahrgenommen und auch keine sozialen Normen. Überdies besteht die Gefahr eines Kreislaufzusammenbruchs.

Nicht nur das Fahren unter Drogeneinfluss führt zur MPU

Alle aufgezählten Drogen und auch diejenigen, die nicht genannt wurden, führen schon nach einer kleineren Menge zur absoluten Fahruntauglichkeit. Werden diese Rauschmittel noch mit dem Konsum von Alkohol verstärkt, ist die Wirkung unberechenbar. Doch nicht nur das Fahren unter Drogeneinfluss führt zur Anordnung einer MPU. Auch Radfahrer und Fußgänger müssen mit dem Entzug des Führerscheins rechnen, wenn sie auf offener Straße unter Drogeneinfluss aufgegriffen werden. In jedem Fall sollte jedem Autofahrer klar sein, dass das Fahren unter Drogeneinfluss das eigene und andere Leben gefährdet.